Gute Gedanken angesichts Corona


In der „HörBar für die Seele“ hören Sie über Ihr Telefon jede Woche neu eine Andacht, die Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kooperationsraum Ahnatal-Vellmar-Fuldatal gestaltet haben.

Die HörBar erreichen Sie unter dieser Rufnummer: 0561 – 22 07 36 90.

 


In einem Hof

In einem Hof spielten einmal zwei Kinder ein lustiges Spiel. Sie dachten sich eine ganz besondere Sprache aus, in der sie miteinander reden konnten, ohne dass andere Leute eine Silbe davon verstanden.

„Brif, braf“, sagte der Erste. – „Braf, brof“, antwortete der Zweite. Und dann lachten alle beide ganz toll.

Im oberen Stockwerk des Hauses saß ein alter Herr auf dem Balkon und las seine Zeitung. Im Haus gegenüber lehnte eine alte Frau zum Fenster hinaus.

„Was sind das für dumme Kinder, die zwei da unten“, sagte die Frau. Aber der alte Herr war nicht ihrer Meinung: „Das finde ich nicht.“

„Sagen Sie nur nicht, dass Sie verstanden hätten, was sie eben gesagt haben.“

„Doch, ich habe alles verstanden. Der Erste sagte: ´Was für ein herrlicher Tag heute.´ Und der Zweite antwortete: ´Morgen wird´s noch viel schöner.´“

Die alte Frau rümpfte die Nase, schwieg aber still, weil die Kinder unten im Hof wieder angefangen hatten, sich in ihrer Geheimsprache zu unterhalten. „

„Maraschi, barabaschi, pfiffirimoschi“, sagte der Erste.

„Bruf“, antwortete der Zweite. Und wieder brach ihr tolles Gelächter los.

„Wollen Sie das auch wieder verstanden haben?“, rief die alte Frau erbost ihrem Nachbarn zu.

„Sicher“, antwortete der alte Herr lächeln. „Der erste hat gesagt: ´Wie sind wir doch froh, dass wir auf der Welt sind!´ Und der Zweite hat ihm geantwortet: ´Die Welt ist ganz wunderbar!´“

„Aber ist sie wirklich wunderbar, die Welt?“, bohrte die alte Dame weiter.

„Brif, bruf, braf“, antwortete der alte Herr.

aus: Gianni Rodari, GUTENACHTGESCHICHTEN AM TELEFON

 

Ich wünsche Ihnen wunderbare Entdeckungen am Sonntag Jubilate - gerade in diesen Zeiten. Diese können uns verändern, wenn wir es zulassen und wollen.

Detlef Küllmer


Zum Nachdenken: Verwandlung zu Ostern

 

Eine Blume.

Wir freuen uns über ihre Schönheit –

über ihre Form – ihre Farbe – ihren Duft.

Sie scheint 

zwischen Himmel und Erde zu schweben,

wie der Blick von Liebenden,

verbindet das irdische Leben

mit überirdischer Schönheit,

ist vollendete Harmonie,

lässt Saiten unserer Seele erklingen.

Wie gebannt zieht sie unsere Blicke an.

Und doch – für sie muss das Samenkorn sich verwandeln,

seine Form, seinen Körper verändern,

einen Spross, eine Pflanze hervorbringen – wachsen lassen,

bis eine Knospe aus ihm hervorbricht.

Doch auch die Knospe muss ihre Gestalt wandeln,

muss sich aufgeben, um Blüte zu werden.

Und wir wissen – auch die Blüte wird vergehen,

wird welken, schrumpfen, vertrocknen – sterben

und zur Erde werden.

Und etwas Neues wird entstehen.

 

So beschreibt Heinz-Martin Krauß die Verwandlung in einem seiner Gedichte. Für mich ist es tatsächlich ein Gedicht zu Ostern. Denn es beschreibt anschaulich, was Ostern ist: Totgeglaubtes verwandelt sich; Neues entsteht. Diese Gedanken machen mir Mut, nicht eisern festzuhalten an dem, was einmal war, sondern bereit zu sein, loszulassen, von dieser verborgenen Kraft zur Verwandlung und Veränderung mich faszinieren und ergreifen zu lassen.

Den Mut, in dieser schwierigen Zeit, nicht zu verzagen und aufzugeben, sondern Veränderungen zuzulassen – diesen Mut brauche ich jetzt. Dazu kann ich mich nur ermutigen lassen – mit Ostern, mit dem Sieg über dem, was so tödlich da stand und mich lähmt. Wenn ich so bereit bin, Ostern für mich so neu zu entdecken und anzunehmen, kann ich die kommende Zeit gestärkt und mutig angehen. In diesem Sinne allen „Frohe Ostern“                                            

Detlef Küllmer

 

Gebet zur Aktion #lichtfenster

Barmherziger Gott,

„Licht ist das Kleid, das du anhast (Ps 104, 2)
Deswegen zünde ich eine Kerze an
und stelle sie ins Fenster, um allen jenen zu leuchten,
die unter der Pandemie leiden, die besorgt sind und Angst haben,
die erschöpft sind von all der Hilfe, die sie geben wollen,
die verzweifelt sind wegen all der Überforderung und dem Streit, die sie erzwingt.

 

„Der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht.“ (Ps 18,29)
Ich bitte für alle, die allein sind und einsam,
die nicht besucht werden dürfen, die ohne Trost und Begleitung bleiben,
segne sie mit Deiner Gegenwart und mache alle,
die pflegen und versorgen, zu Engeln Deines Lichtes.

 

„Jesus Christus spricht: ich bin das Licht der Welt …“ (Joh 8,12) 
Ich bete für alle Menschen, die an Corona erkrankt sind
und um ihr Leben kämpfen, 
schenke Ihnen Licht und Luft, Kraft und Mut,
dass sie zurückfinden in ihr Leben.

 

„Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht“ (Ps 36, 10)
Auch bitte ich für alle Menschen, 
die an Corona gestorben sind, hier und überall auf der Welt, 
nimm sie auf in dein Reich und schenke Ihnen ein Licht, das ihre Seele wärmt, 
und tröste alle, die weinen müssen um ihre Toten. 

 

Gott, ich bitte dich aber auch für mich selbst und meinen Partner,
für meine Kinder und Enkel, für meine Familie und meine Freunde,
und für meine Feinde auch. 
Segne und behüte sie und uns alle, dass wir Zuversicht und Hoffnung behalten
in diesen dunklen Zeiten. 

Amen.